Kontakt

Adresse:

Ruhr-Epileptologie
Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum
In der Schornau 23-25
44892 Bochum
 

Notfall-Telefon:

In Notfällen erreichen Sie uns unter: 0234 - 299 0

Anfahrt:

Video-EEG-Monitoring

MTA-F N. Misselwitz und MTA-F A. Günther im Überwachungszimmer des Video-EEG-Monitorings

Das Video-EEG-Monitoring wird eingesetzt um Anfallsereignisse aufzeichnen zu können. Das Aussehen und der zeitliche Ablauf der Anfälle sind hierbei genau so wichtig wie das parallel aufgezeichnete EEG. So kann die Natur der Anfälle (epileptisch, nicht-epileptisch), aber im Falle epileptischer Anfälle auch die Region des Anfallsursprungs im Gehirn identifiziert werden.

Hintergrund

Nicht alle anfallsartig auftretenden Gesundheitsstörungen sind epileptische Anfälle. Andere Ursachen hierfür können Durchblutungsstörungen des Gehirns (Synkopen), psychogene Anfälle, oder zahlreiche weitere Erkrankungen sein. Häufig gelingt es dem behandelnden Arzt bereits durch die Erfragung des präzisen Anfallsverlaufs eine richtige Zuordnung.

  • Epileptische Anfälle - Epilepsiesyndrom - bei fokalen Epilepsien Ort des Anfallsursprungs
  • Synkopen, insbesondere konvulisve Synkopen
  • Psychogene nicht-epileptische Anfälle
  • Schlaganfall oder Transitorische ischämische Attacke
  • Tics
  • Panikattacken
  • Migräne
  • Narkolepsie
  • REM-Schaf-Verhaltensstörung
  • Sonstige Bewegungsstörungen

Auswahl von Differentialdiagnosen anfallsartiger Erkrankungen . Die Therapiemöglichkeiten dieser Erkrankungen unterscheiden sich grundlegend, sodass eine sorgfältige Diagnostik von größter Bedeutung ist.

Schwierig wird es aber, wenn die Ereignisse nicht oder nicht in Gänze von den Patienten erinnert werden können (z.B. im Falle eines Bewusstseinsverlustes), und wenn sie nicht von Dritten beobachtet wurden. Auch ist die Schilderung der Anfälle durch Dritte nicht immer präzise. Auch das Routine-EEG kann nicht immer den Beweis für die Art der vorliegenden Anfallserkrankung liefern. Hier hilft das Video-EEG-Monitoring. Es bietet dem Arzt die Möglichkeit, den Anfallsverlauf sehr detailliert am Video zu studieren (Abbildung 1) und somit eine Einordnung der Ursache vorzunehmen. Das gleichzeitig registrierte EEG (Abbildung 2) liefert ebenfalls wichtige Hinweise auf die Ursache der anfallsartigen Ereignisse. Letztlich zeigt das mit aufgenommene EKG an, ob im Verlauf des Anfallsereignisses Herzrhythmusstörungen (z.B. Herzpausen) vorlagen. 

Abbildung 1: Abfolge der Bewegungen eines Patienten während eines Anfalls. Die hier gezeigte Sequenz ist typisch für Anfälle mit einem Anfallsursprung im Stirnlappen des Gehirns (aus: Leung et al., Mesial frontal epilepsy and body turning along the horizontal body axis. Arch Neurol 2008;65:71-77).

Abbildung 2: Patient mit linksseitiger Schläfenlap-penepilepsie. EEG vor dem Anfall (links); EEG im Anfall (rechts; siehe die Rhythmisierung der Aktivität in den Ableitungen, die über dem linken Schläfenlappen liegen).

Das Video-EEG-Monitoring ist aber auch eines der zentralen Werkzeuge bei der räumlichen Zuordnung der Zone des Anfallsursprungs im Rahmen der prächirurgischen Epilepsiediagnostik.

Ablauf des Video-EEG-Monitorings

Vorteil des Video-EEG-Monitorings gegenüber dem Routine-EEG ist die längere Ableitedauer. Sie kann 24 und mehr Stunden betragen, unter besonderen Fragestellungen wie der prächirurgischen Epilepsiediagnostik ist auch mehr als einwöchiges Monitoring möglich. Der Patient befindet sich dann so lange im Monitoringbett bzw. im Monitoringbereich, bis hinreichend viele Anfälle aufgezeichnet wurden. Um die Zeit im Monitoring so kurz wie möglich zu halten, wird in der Regel die bestehende antiepileptische Medikation vorübergehend reduziert. Darunter ist die Wahrscheinlichkeit schnell Anfälle registrieren zu können erhöht. Es steigt aber die Gefahr größerer und schwerer Anfälle als üblich. Daher kann Ihnen das Personal (Schwestern, EEG-Assistentinnen, Ärzte) im Zeitraum der Medikamentenreduktion Bettruhe, gegebenenfalls strenge Bettruhe verordnen, an die Sie sich halten müssen. Derzeit verfügt die Ruhr-Epileptologie über vier Video-EEG-Monitoring-Plätze.

Eines unserer Video-EEG-Monitoring-Zimmer

Das Team des Video-EEG-Monitorings: Prof. Dr. J. Wellmer, Dr. W. Grönheit; MTAF-s: M. Misselwitz, A. Günther, R. Wohlgemuth