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Ruhr-Epileptologie
Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum
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Routine-EEG

MTA-F R. Wohlgemuth: Routine-EEG

Mit dem EEG werden Hirnpotentialschwankungen aufgezeichnet. Bei Epilepsiepatienten kann hierüber die Erkrankung gesichert und die Art der Epilepsie ermittelt werden.

Hintergrund

Die EEG-Diagnostik vermag bei Patienten mit Epilepsien zwischen Anfällen (Abbildung 1), insbesondere aber während Anfällen (Abbildung 2) charakteristische Hirnpotentialschwankungen zu zeigen, die die Verdachtsdiagnose Epilepsie erhärten bzw. sichern können. Ein Routine-EEG steht grundsätzlich am Beginn der EEG-Diagnostik. Hier werden über einen Zeitraum ca. 20 Minuten die Hirnpotentialschwankungen beim wachen, entspannten Patienten abgeleitet.

Abbildung 1: Verschiedene Potentialverläufe im EEG, die charakteristisch für Patienten mit Epilepsie sind: generalisiserter spike-wave-Paroxysmus (links); sharp-slow-wave (mitte); rhythmische sharp-wave (rechts).

Abbildung 2: Patient mit linksseitiger Schläfenlap-penepilepsie. EEG vor dem Anfall (links); EEG im Anfall (rechts; siehe die Rhythmisierung der Aktivität in den Ableitungen, die über dem linken Schläfenlappen liegen).

Im Rahmen eines Routine-EEGs wird der Patient aufgefordert, mehrfach die Augen zu öffnen oder zu schließen, und über einen Zeitraum von 3 Minuten tief und schnell ein- und auszuatmen (die sogenannte Hyperventilation). Auch eine Flickerlichtstimulation wird in der Regel bei einem ersten Routine-EEG angewendet. Unter besonderen Fragestellungen (genaue räumliche Zuordnung des Anfallsherdes, Differentialdiagnose epileptischer gegenüber nicht-epileptischer Anfallsereignisse) kann ein Video-EEG-Monitoring nötig werden. Hier beträgt die Dauer der EEG-Ableitung einen bis zu mehrere Tage. Gelegentlich kann das Routine-EEG bereits einen klaren Hinweis auf das Vorliegen nicht-epileptischer Anfälle liefern, z.B. wenn während der Ableitung ein für den Patienten typisches „Anfallsereignis“ auftritt, die Ursache hierfür aber klar in einer Herzrhythmusstörung (z.B. eine vorübergehende Herzrhythmusverlangsamung; Abbildung 3) ausgemacht werden kann (eine sogenannte Synkope). 

Abbildung 3: Verlauf einer Synkope: A normales EEG, Herzfrequenz um 70/min.; B) Herzschlagverlangsamung auf ca. 15/sek., das EEG zeigt eine erste Verlangsamung; C) über ca. 11 Sekunden keine reguläre Herzaktivität, das EEG ist flach (nur Muskelartefakte); D) Rückkehr zum Ausgangs EKG und EEG nach ca. 1,5 Minuten. Klinische war der Patient bewustloß, dann Blick nach oben und Zuckungen des Mundes.

Die EEG-Abteilung der Universitätsklinik für Neurologie am Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer verfügt aktuell über zwei Routine-EEG-Plätze, einen mobilen EEG-Platz (Laptop, z.B. für Intensivstationen), zwei Video-EEG-Monitoring-Plätze sowie ein mobiles Langzeit-EEG.