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Ruhr-Epileptologie
Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum
In der Schornau 23-25
44892 Bochum
 

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Interdisziplinäre Epileptologisch-Neuroradiologische Ambulanz (I.E.N.A.)

Die Ruhr-Epileptologie bietet in Kooperation mit der Radiologischen Klinik des Knappschaftskrankenhauses die ambulante Untersuchung von Epilepsiepatienten nach einem speziellen epileptologischen MRT Protokoll an, das besser als "Standard-Hirn" MRTs die Ursachen von Epilepsien erkennt.

Die Anmeldung zur I.E.N.A. erfolgt über die Telefonnummer:

0234-299-3705 (Mo-Fr. 8.00 Uhr bis 11.30 Uhr).

Download Anmeldeformular via Seite Terminvereinbarung

Hintergrund

Viele Epilepsien haben ihren Ursprung in einer umschriebenen Region des Gehirns. Häufige Ursachen für Epilepsien sind Narben, Fehlbildungen des Gehirns, Gefäßmissbildungen, oder gutartige Tumoren (Abbildung 1)

Abbildung 1: Vier typischerweise zu Epilepsien führende Hirnveränderungen (sogenannte Läsionen): A: Ammonshornsklerose; B: Gangliogliom; C: Dysembryoplastischer Neuroepithelialer Tumor; D: Cavernom. Mit Ausnahme des Cavernoms sind alle anderen Befunde bei Patienten ohne Epilepsie sehr unüblich und werden daher oft verkannt.

Spätestens, wenn sich im Verlauf der Erkrankung herausstellt, dass die Anfälle nicht hinreichend durch Medikamente zu kontrollieren sind, sollte bei einem Epilepsiepatienten eine hochauflösende bildgebende Untersuchung des Gehirns durchgeführt werden, um die Ursache zu erkennen. Die Kernspintomographie hat sich wegen der besseren räumlichen Auflösung und Kontrastdarstellung gegenüber der Computertomographie allgemein als Methode der Wahl zur Untersuchung von Epilepsiepatienten durchgesetzt. Aber auch innerhalb der Kernspintomographien ergeben sich sehr große Unterschiede. Diese liegen:

  • in der Magnetfeldstärke des Gerätes
  • in der Verwendung spezieller Protokolle
  • in der Verwendung einer computerisierten Nachbearbeitung der Aufnahmen

Der heutige Goldstandard der Magnetfeldstärke liegt bei 3 Tesla. Ältere Geräte mit 1,5 Tesla werden noch häufig eingesetzt, erlauben aber weniger präzise Darstellungen z.B. des Übergangs vom Hirnmantel (Kortex, graue Substanz) zum Marklager (weiße Substanz) (Abbildung 2). Geräte mit einer Magnetfeldstärke von 1,0 oder 0,5 Tesla sollten wegen einer mangelhaften Auflösung nicht mehr für Epilepsiepatienten verwendet werden. 

Abbildung 2: Vergleich der Bildschärfe bei 1,5 (A) und 3,0 Tesla (B) (selber Patient; zu sehen ist eine Polymikrogyrie, also eine Hirnaufbaustörung).

Viele Kernspin-Untersuchungen werden in nicht auf Epilepsiepatienten spezialisierten Praxen durchgeführt. Die verwendeten Untersuchungsprotokolle („Sequenzen“) sind daher häufig nicht auf die Besonderheiten von Epilepsiepatienten abgestimmt. Hierdurch ist die Sensitivität für epileptogene Läsionen deutlich eingeschränkt (Abbildung 3)

Abbildung 3: Bei diesem Patienten wurde eine umschriebene Hirnrindenfehlbildung (fokale kortikale Dysplasie Typ IIB) auf Standard-MRTs übersehen (A1,2). Erst die hochauflösenden Kernspinbilder mit 1mm-Schichten (B1,2) zeigten klar die Läsion.

Ein zusätzlicher Gewinn an Information kann gewonnen werden, wenn die Kernspinbilder computerisiert nachbearbeitet werden (siehe computerisierte Nachbearbeitung von Kernspinaufnahmen).

Weiterführende Literatur

  • Wellmer J, Quesada CM, Rothe L, Elger CE, Bien CG, Urbach H. Proposal for a magnetic resonance imaging protocol for the detection of epileptogenic lesions at early outpatient stages. Epilepsia. 2013;54:1977-87.
  • Wellmer J und Elger CE. MRI in the presurgical evaluation. In: Shorvon S, Engel J Jr., Perucca E (eds). The treatment of Epilepsy, 3rd edition, Blackwell publishing (2009).
  • Huppertz HJ, Wellmer J, Staack AM, Altenmüller DM, Urbach H, Kröll J. Voxel-based 3D MRI analysis helps to detect subtle forms of subcortical band heterotopia. Epilepsia. 2008 May;49(5):772-85.
  • Wellmer J, Parpaley Y, von Lehe M, Huppertz HJ. Integrating MRI post-processing results into neuronavigation for electrode implantation and resection of subtle focal cortical dysplasia in previously cryptogenic epilepsy. Neurosurgery. 2010 Jan; 66(1):187-94.
  • Huppertz HJ, Grimm C, Fauser S, Kassubek J, Mader I, Hochmuth A, Spreer J, Schulze-Bonhage A: Enhanced visualization of blurred gray-white matter junctions in focal cortical dysplasia by voxel-based 3D MRI analysis. Epilepsy Res. 67:35-50, 2005.